1815 Dreizehn Sterne - Der Whisky Club Oberwallis verkostet den ersten Oberwalliser Whisky

Unzählige Mail uns Kontaktversuche hatten keinen Erfolg. Wir kamen einfach nicht zu einer Probe dieses Whiskys. Klar stellen sich da Fragen. Ist er so ungeniessbar, dass sich die Distiller der Kritik scheuen? Gibt es einfach nicht so viel? Warum ist er aber auf der Internetseite immer noch zum Verkauf ausgeschrieben?

Gestern, ganz zufällig, hat eine gute Seele eine Probe ins Glas gegossen.
Vorweg, der Whisky ist wahrscheinlich ein Rye (wenn er dann aus mehr als 51% Roggen besteht) oder aber ein Grain. In welchem Verhältnis Gerste und Roggen zueinander stehen ist leider nicht deklariert. Mit 42 Vol% ist er schon auf Trinkstärke eingestellt. Als 4 Jähriger ist er noch jung, mehr kann man von einer Destilliere einfach auch nicht erwarten, welche den ersten Whisky auf den Markt bringt.

Mit gemischten Gefühlen ging ich an die Sache ran. Ich durfte ja schon einige Walliser Whiskys verkosten. Das waren durchwegs enttäuschende Erlebnisse.

Aber hallo! Der 1815 überrascht. Eine intensive Süsse erreicht die Nase. Karamell und deutliche Orangennoten runden das Bild ab. Am liebsten würde ich den ganzen Abend daran riechen.
Schade, dass der 1815 im Gaumen nicht hält was die Nase verspricht. Er schmeckt zwar Leicht und Rund aber eben ohne Ecken und Kanten. Schon fast Langweilig. Aromen sind schwer zu erkennen. Ein Hauch von Honig oder doch eher süsser Karamell? Wer einen unspektakulären Whisky trinken will findet ihn im 1815.

Wer jetzt einen fulminanten Schluss erwartet wird enttäuscht. Der Abgang ist kurz und leise. Kein Brennen, kein Nachgeschmack - Ein Hauch von - Nichts.

An der Spirituosenprämierung 2015 erhielt er eine Silbermedaille (81-90 Punkte von 100 möglichen Punkten). Ich persönlich finde das ein wenig zu hoch.

Meine Punkte: Nase: 80 / Gaumen: 70 / Abgang: 65
Schnitt: 72 (Gut)